
„Das Licht einer Akari leuchtet wie das Licht der Sonne, das durch ein Shoji-Papier gefiltert wird. Die Magie des Papiers verwandelt die kühle Elektrizität zurück ins ewige Licht der Sonne. Damit ihre Wärme auch in der Nacht weiter unsere Räume füllen kann.“
So beschreibt der Künstler, Möbel- und Produktdesigner Isamu Noguchi seine Lampenkreation „Akari“, die zwar nur wenigen unter diesem Namen bekannt ist, aber den meisten schon oft begegnet ist. Bei den Akari-Leuchten handelt es sich um jene Lampenschirme, die aus weißem, lichtdurchlässigem Papier und Draht bestehen und sich in den verschiedensten Formen präsentieren. Am häufigsten zu sehen ist sicher die weiße Kugel, die einem Lampion ähnelt und einfach von der Decke herunterbaumelt.
Noguchi selbst hat die japanischen Leuchten aus Papier in einer Stadt Namens Gifu entdeckt, einem traditionellen Zentrum für Papierleuchten und hat sie technisch entschieden verbessert. Statt Holzstäbchen verwendete er Draht und Papier, das aus der Rinde von Maulbeerbäumen hergestellt wird, weil es das Licht am besten verteilt. Die von ihm in den 50er Jahren geschaffene Akari-Leuchte – Akari ist übrigens das japanische Wort für Licht – löste allerdings eine Lawine an Nachahmern aus und so kommt es, dass heute in jeder zweiten Wohnung ein Ding hängt, dass zwar aussieht wie das Designobjekt des amerikanisch-japanischen Künstlers, jedoch den schwedischen Namen „Regolit“ trägt und um 1,99 Euro bei einem Möbelgroßkonzern erworben werden kann.
Durch die einfache Anbringungsweise, die preisgünstige Herstellung und das optisch ansprechende, schlichte Design, hat sich das einst japanische Licht-Kunstwerk zum allerorts auffindbaren Einrichtungsgegenstand entwickelt. Noguchi, der es bei den meisten seiner Kunstwerken verabsäumte, sie patentieren zu lassen und somit oft plagiiert wurde, gefällt die Nachahmerei seiner Leuchten weniger: „Für mich sind sie immer weit mehr als nur kommerzielles Industriedesign. Sie sind künstlerische Ausdrucksmittel.“
Ab 1951 entwarf der Künstler und Gestalter die Akari Light Sculptures, insgesamt über 100 aus Shoji-Papier handgefertigte Modelle als Tisch-, Steh-, oder Deckenleuchten. Sein gestalterisches Interesse beschränkte sich allerdings keineswegs nur auf Einrichtungsgegenstände. Er wechselte zwischen Bildhauerei, Bühnenbildnerei und Landschaftsarchitektur. Seine Werke weisen sowohl den Einfluss westlicher Kunst als auch Elemente japanischer und chinesischer Tradition auf. Das mag darauf zurückzuführen sein, dass Isumo Noguchi Sohn eines japanischen Dichters und einer amerikanischen Schriftstellerin war und seinen Auftrag schon zu Studienzeiten darin sah, durch die Bildhauerei eine Art Übersetzer des Ostens für den Westen zu sein.
Foto: www.vitra.com
Vitra
Wikipedia, Isamu Noguchi
Dumont Design Lexikon, Skandinavien