
Die Beo4-Fernbedienung wird von B&O – Bang & Olufsen, einer dänischen Firma für Unterhaltungselektronik, hergestellt. Das Hochpreis-Label wurde in den 1920er Jahren von Peter Bang und Svend Olufsen gegründet und stellte damals vor allem Radiogeräte her. Eines der ersten B&O Fabriksgebäude wurde noch so konzipiert, dass im Falle des Bankrotts der Firma eine Schule darin einziehen hätte können. Der Betrieb überlebte aber die Wirren der Zwischen- und Kriegszeit und spezialisierte sich in den 1950er Jahren auf Design-Produkte, um sich gegen die immer stärker werdende Konkurrenz am Elektroniksektor durchsetzen zu können. Während der 1960er und 70er Jahre wurden stetig neue Designer in den Betrieb aufgenommen – einige der Produkte von Bang & Olufsen werden sogar in der ständigen Ausstellung des Museum of Modern Arts in New York präsentiert.
Die Beo4-Fernbedienung wird seit 1994 produziert, allerdings ist sie die Nachfolgerin der Beolink1000 und 5000 Fernbedienungen. Zu Beginn wurde häufig über die Qualität der Ausführung der Beo4 gelästert, da sie aus Plastik hergestellt wurde. Ebenso stieß sich manches Designerauge an der plötzlich bunten Farbgebung einiger Knöpfe – gar nicht schick. So wird die Beo4 mittlerweile in Zink und Aluminium gehüllt. Die bunten Knöpfchen wurden allerdings beibehalten – im Sinne der einfacheren Bedienbarkeit konnte man dies durchaus rechtfertigen. Ein besonderes Merkmal der B&O-Heimelektronik-Produkte ist der Zugriff auf alle elektronischen B&O-Geräte mit nur einer Fernbedienung. Dieses System geht so weit, dass sogar B&O-Produkte, die vor über 20 Jahren auf den Markt kamen, mit der Beo4-Fernbedienung gesteuert werden können. Zusätzlich können auch Geräte von anderen Herstellern, etwa Beleuchtungssysteme oder ein elektrisches Garagentor, mit entsprechenden Konvertern versehen, mit der Beo4 bedient werden. Dies wäre natürlich alles nur halb so toll, wäre nicht durch die Infrarot-Schaltung der Fernbedienung eine innerhalb des Hauses praktisch grenzenlose Reichweite gegeben – es ist also möglich, das Garagentor zu schließen, wenn man schon längst gemütlich in der Badewanne liegt. Das „Haus der Zukunft“ ist also offensichtlich keine reine Zukunftsmusik.
Eine solche Fülle an Möglichkeiten kann nun natürlich einhergehen mit komplizierter Bedienung und absoluter Unbenutzbarkeit für alle Elektro-Laien. Auch gegen dieses Problem wurde allerdings mit der Beo4 vorgegangen: Die Funktionen der Fernbedienung werden nun im Fachhandel auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer und Nutzerinnen programmiert, neue Funktionen können bei entsprechender Erweiterung der B&O-Heimelektronik-Sammlung einfach und schnell hinzugefügt werden. So kann es nun, zur Beruhigung aller B&O-Kunden und –Kundinnen, nicht mehr zu fatalen Verwechslungen kommen. Etwa wenn versehentlich der Laubhäcksler der Nachbarn angeworfen wird, weil die Laubhäcksler-Funktion versehentlich auf der veralteten Fernbedienung gedrückt wird, obwohl man selbst gar keinen hat.