Braun Series7 Rasierer

Nicht immer war das Rasieren verbunden mit Begriffen wie Power Comb, SensoFlex oder Schalltechnologie. Haifischzähne, Muschelschalen und Feuerstein sind jene Hilfsmittel, mit denen man sich am Anfang der Rasur-Geschichte gegen unliebsame Gesichtsbehaarung zu verteidigen wusste. Archäologische Funde von Rasierschabern aus Stein sind bereits aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. bekannt. Harte Gesteine wie Flint oder Obsidian erlaubten es, wesentlich schärfere Klingen zu fertigen als die damals verfügbaren weichen Metalle. Auch Bronzeschaber sind gefunden worden. Die Ägypter benutzten im 4. Jahrhundert Kupfer- oder Goldmesser. Die Römer nutzten Bimsstein. In Südamerika bevorzugten es die Ureinwohner dagegen, die Haare statt des Rasierens auszuzupfen.

Ursprünglich war die Klinge feststehend, aber schon ca. 1550 v. Chr. sind die ersten einklappbaren Messer bekannt. Im 17. Jahrhundert wurde in Sheffield das Klapprasiermesser wieder eingeführt. Rasiermesser hervorragender Qualität kamen in der Folge aus den Messermetropolen Solingen und Sheffield. Die Nassrasur der Barthaare wurde traditionell beim Barbier mit dem Rasiermesser durchgeführt. In den meisten Kulturkreisen ist dieser Berufsstand selten geworden, aber im arabischen Raum wird die Barbierkunst noch gepflegt.

Erst mit der Erfindung des mechanischen Rasierapparates (Rasierhobel) mit doppelseitiger Sicherheitsrasierklinge durch King Camp Gillette (1855–1932) 1901 wurde es möglich, sich täglich einfach zu Hause zu rasieren. Vorher verwendete man dafür ein Rasiermesser. Im Ersten Weltkrieg wurden diese Apparate von amerikanischen Soldaten in großer Stückzahl verwendet, um die erstmals verwendeten Gasmasken luftdicht am Gesicht abzuschließen. Hygienische Gründe kamen später dazu.

Ein kleiner Exkurs in die Geschichte (Wikipedia), nun zurück zum eigentlichen Thema: Dem Braun Series7, ein hochtechnisches Barthaarentfernungsgerät. Er ist mit seiner innovativen Schalltechnologie, SensoFlex, Power Comb, Präzisions-Komfort-Klingen, dem flexiblen Scherkopf, dem 3-fach-Schersystem und dem schlanken Präzisions-Scherkopf  einzigartig. Es ist jener Rasierer, der alles kann und sich dann auch noch in leichter Schräglage selbst reinigt. Er kann sich optimal dem individuellen Gesicht anpassen, kürzt die Haare stufenweise und auch das noch so feine, kurze Härchen entwischt ihm nicht. So ändern sich die Zeiten. Ob der ganze Luxus notwendig ist, sei dahingestellt. Dennoch ist dieses Ding nicht nur ein Gebrauchsgegenstand, sondern auch ein Design-Produkt mit Geschichte: jene der elektrischen Rasierer, die in engem Zusammenhang mit der des Hauses Braun steht.

Hintergrund

 

 
Braun wurde 1921 von Max Braun als Apparatebauwerkstatt gegründet. In den ersten Jahren stellte Braun Bauteile für die gerade aufstrebende Rundfunk-Industrie und schließlich auch eigene Rundfunkempfänger her. Im zweiten Weltkrieg wurden die Werkshallen komplett zerstört, erst 1947 wurde eine bescheidene Produktion wieder aufgenommen. Der Grundstein für den Erfolg der Firma wurde erst in den 50ern gelegt, mit – wie könnte es anders sein – elektrischen Trockenrasierern. Max Braun starb 1951, seine beiden Söhne übernahmen das Unternehmen. Der erste elektrische Trockenrasierer war der S 50. Der Name ist übrigens bezeichnend für die Firmenlinie: Die Produkte bekommen keine verschnörkelten Namen, sondern werden schlicht mit Zahlen und Buchstaben benannt. Die Übergabe an Artur und Erwin Braun brachte ein grundlegend neues Firmenkonzept mit sich: Ein eigenes Designstudio, die Abteilung für Formgestaltung, später umbenannt in Abteilung für Produktgestaltung, entwarf alle Braun-Geräte. Dieser Design-Gedanke prägt auch noch heute die Braun-Produkte. Hingegen hat sich die Eigentümerstruktur seit 1921 stark verändert. Durch den großen Erfolg mit den elektrischen Rasierern, wurde Gilette auf das Unternehmen aufmerksam und sah darin die perfekte Ergänzung zu den eigenen Nassrasur-Produkten. So kam es, dass Braun 1967 von Gilette übernommen wurde. Im Jahr 2005 wurde Gilette und somit auch Braun vom Konzernriesen Procter & Gamble übernommen.

-->