
Als Einhandmischer bezeichnet man jene Wasserhähne, bei denen Kalt- und Warmwasser nicht getrennt geregelt werden, sondern mit einem einzigen Hebel die Wassertemperatur geregelt wird. Erfunden wurde der Einhandmischer (auch Mischbatterie genannt) 1940 vom US-Amerikaner Alfred M. Moen. Wie so vielen Erfindungen, ging auch dieser ein Unfall voran, der das Opfer dazu bewog, eine praktischere Lösung zu finden.
Als Maschinenbau-Student an der University of Washington (die er nicht abschloss) arbeitete Moen 1937 nebenbei in einer Autowerkstatt, um seine Studiengebühren bezahlen zu können. Als er sich nachts auf dem Heimweg die Hände waschen wollte, verbrühte er sich an dem üblichen Wasserhahn mit zwei Ventilen die Hand. Er begann darauf, über eine Mischerbatterie nachzudenken.
Sein erster Entwurf war eine Doppel-Ventil-Armatur mit einer Nocke zur Steuerung der beiden Ventile, aber die Hersteller waren nicht beeindruckt. Zwischen 1940 und 1945 machte er mehrere weitere Entwürfe, aber in der Zeit des Zweiten Weltkriegs fand sich kein Hersteller, der die Produktion aufnehmen konnte. Er arbeitete später als Werkzeugmacher auf einer Marinewerft in Seattle. 1947 konnte er dort die Firma Ravenna Metal Products überreden, seinen neuesten Entwurf zu finanzieren und produzieren. Erstmals verkauft wurde sein Produkt in San Francisco für 12 Dollar.
Die Erfindung führte zur Gründung der Moen Inc. in North Olmsted, Ohio, die heute 3500 Mitarbeiter beschäftigt und zu den weltgrößten Herstellern von Armaturen zählt. Dort war er Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, bis er 1982 in den Ruhestand ging.
Wenn diese Erfindung auch für jedermann und -frau eine Vereinfachung der Wassertemperaturregelung bedeutet, so profitieren auch heute noch Menschen mit Handicap besonders von Moens Idee. Die Einhandmischer sind wesentlich leichter zu bedienen als herkömmliche Wasserhähne mit zwei Ventilen und natürlich lässt sich die Temperatur viel genauer bestimmen. Moen selbst, der im Jahr 2001 starb, war von der Wichtigkeit seiner Erfindung allerdings nicht besonders überzeugt. Auf die Frage seines Sohnes, ob er denn nicht enttäuscht darüber sei, dass er nicht in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen wurde, antwortete Moen: ''No, I didn't invent anything great. I didn't invent penicillin.''