Fender

Er selbst konnte zwar nicht Gitarre spielen, dennoch prägte er die Musikszene, wie wenig andere. Die Rede ist von Leo Fender, Erfinder der wahrscheinlich berühmtesten E-Gitarre der Welt. In den 1940er Jahren beginnt die Erfolgsgeschichte der elektronisch verstärkten Gitarre in einem Radioshop in Kalifornien. Fender, der Besitzer des Radioshops, experimentierte mit verstärkter Musik und stellte am Ende des Jahrzehnts die erste eigene E-Gitarre vor. Das war die Telecaster, ihre Nachfolgerin, die Stratocaster, brachte schlussendlich den Durchbruch. Heute findet man kaum einen/eine bekannte GitarristIn, der/die nicht mindestens eine Fender in der Sammlung hat. Die Besonderheit der Stratocaster war optisch betrachtet das für die 50er und 60er Jahre typische Flossendesign. Technisch gesehen, unterscheidet sich die Gitarre durch einige Merkmale von Modellen anderer Hersteller, insbesondere von der Gibson, die für Fender wohl der größte Konkurrent war. So ist der Hals bei fast allen Fender-Modellen an den Korpus angeschraubt, während er bei Gibson normalerweise in den Korpus eingeleimt wird. Auch die Mensur (Saitenlänge) von 648 mm unterscheidet sich in der Regel von der kurzen Gibson-Mensur (625 mm). Außerdem sind die Stimmmechaniken bei den meisten Fender-Gitarren, im Gegensatz zur Akustik- und Gibsongitarre, alle nebeneinander an einer Seite der Kopfplatte angebracht. Abweichungen von diesen Merkmalen gibt es je nach Baureihe bei beiden Herstellern. Zudem verwendet Fender in der Regel leichtere Hölzer wie Erle oder Esche für den Korpus.
Durch die Art und Weise ihrer Herstellung waren Fenders Modelle für die meisten MusikerInnen erschwinglicher als die der Konkurrenz. Durch das innovative und sehr effektive Produktionskonzept (die Telecaster war die erste E-Gitarre, die in Serie produziert wurde) wurde Leo Fender in den 1950ern im Gitarrenbau zu dem, was Henry Ford in den 1920er-Jahren im Automobilbau gewesen war. Alle Teile der Gitarre wurden einzeln produziert, die Ära der E-Gitarren Massenproduktion hatte begonnen.

Geschichte

 

Ursprünglich stammt das Unternehmen, das heute den Namen Fender Musical Instruments Corporation trägt, aus Fullerton in Kalifornien. 1965 verkaufte Leo Fender krankheitsbedingt sein Unternehmen an den amerikanischen Medienkonzern Columbia Broadcasting System (CBS). Zwanzig Jahre später, im Jahre 1985, kaufte der bis dahin leitende Angestellte William C. Schultz die Firma zurück, gab ihr den heutigen Namen und führte Fender zu der heutigen Größe - mit eigenen Produktionsstätten und als Konzern- und Vertriebsholding.
Die Bedeutung und der Ruf von Fender gründet vor allem auf den Pionierleistungen dieser Firma in den 1950er und 1960er Jahren. Die damals futuristische Stratocaster ist eine weitere Ikone der Musikgeschichte, und gilt zusammen mit der Telecaster als meistkopierte Gitarre. Auch von Verstärkern, dem ersten Geschäftsfeld Leo Fenders, stammt dieser Ruhm. So diente zum Beispiel der Schaltplan des Fender Bassman als Vorlage für die Entwicklung der ersten Vox- und Marshall-Verstärker.
Heute ist Fender Hersteller von Gitarren und Bässen aller Art, seien sie akustisch, halbakustisch oder elektrisch verstärkt. Die Angebotspalette umfasst aber auch Gitarrenverstärker und Zubehör wie Saiten.

Bekannte MusikerInnen, die eine Fender spielen oder gespielt haben sind zum Beispiel Mark Knopfler, John Frusciante, Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Eva Gardner, Avril Lavigne und viele mehr.

 

Foto: Joachim Hensel-Losch

 

Links und Bücher

Wikipedia, Leo Fender
Wikipedia, Fender
Hompage von Fender

Dumont Design Lexikon, USA

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