L.O.M.O.

„Schau niemals durch die Linse! Mach es im Gehen und im Laufen. Mach es bei Tag und bei Nacht. Mach es überall und ganz lässig nebenbei. Was man dazu braucht, ist der „L.O.M.O-Kompaktautomat“ und was dabei raus kommt ist eine Lomografie.“
Sehr treffend beschreiben diese Sätze, auf einer der vielen L.O.M.O.-Homepages gefunden, die Kunst der Lomografie. Oberstes Prinzip ist es, sich dem Diktat des „guten Bildes“ zu widersetzen. In der Lomografie dürfen Bilder verwackelt und unscharf sein. Es geht um den Moment der Aufnahme, die Spontaneität, die Kreativität. Bilder sollen einfach aus der Hüfte geschossen werden. Es ist nicht einmal notwendig durch die Linse zu schauen, einfach so nahe wie möglich an das Objekt heran gehen und aus welcher Position auch immer abdrücken, Hauptsache schnell und intuitiv. Fotografiert wird, wie es der Name der Stilrichtung schon nahe legt, mit einer L.O.M.O-Kleinbildkamera, (LC-A) die in den 80er Jahren von dem russischen Unternehmen Lomo entwickelt wurde. Charakteristisch für die LC-A sind die ungewöhnlichen Perspektiven und langen Belichtungszeiten (bis zu 2 Minuten), wodurch eben bunte, verwackelte Bilder entstehen, die eine neue Sicht auf fotografierte Gegenstände ermöglichen. Rund um die Welt finden sich Liebhaber und Liebhaberinnen dieser Kamera und eben auch der Lomografie, die auch als lässige Schnappschussfotografie bezeichnet werden könnte. Die Lomografie als Kunstform entwickelte sich Anfang der 90er Jahre in Wien. Studierende hatten die Vorzüge der handlichen und eigentlich unspektakulären Kamera erkannt und stellten bald auf sogenannten Lomo-Wänden ihre Bilder aus. 1992 wurde dann die Lomografische Gesellschaft gegründet, die heute überall auf der Welt Mitglieder hat, Veranstaltungen organisisert und den Austausch unter LomografInnen fördert.  Als ihr oberstes Ziel nennt sie, die Welt durch Millionen von Schnappschüssen zu studieren und dokumentieren. Auch lomografische Botschaften gibt es in einigen Ländern.

Wer eine LomografIn werden möchte, sollte sich unbedingt die 10 Regeln der Lomografie zu Gemüte führen:

1. Nimm die Kamera mit, wohin du auch immer gehst!
2. Benutze sie Tag und Nacht!
3. Lomografie ist Teil deines Lebens!
4. „Schieß“ aus der Hüfte!
5. Bring die gewünschten Objekte so nah wie möglich an die Linse!
6. Denke nicht!
7. Sei schnell!
8. Es ist vorher nicht wichtig zu wissen, was du auf den Film gebannt hast!
9. Erst recht nicht nachher!
10. Denke nicht über Regeln nach!

Geschichte

LOMO (bis 1965 GOMZ, dann LOOMP), ist die Abkürzung für Leningradskoye Optiko Mechanichesckoye Obyedinenie. 1914 wurde das Unternehmen in Sankt Petersburg gegründet; die Stadt hieß zu Zeiten der Sowjetunion Leningrad, woher auch das "L" im heutigen Firmennamen stammt. Bis 1917 wurden dort verschiedene optische Geräte für die russische Armee entwickelt. 1930 wurden die erste russische Fotokamera hergestellt. 1933 folgt die erste Filmkamera. Ihr bekanntestes Produkt, die Kleinbildkamera LC-A, wurde 1983 als Kopie eines Modells des japanischen OEM-Herstellers Cosina entwickelt und wurde, insbesondere auch wegen der wachsenden Fan-Gemeinde der Lomographie, bis 2005 hergestellt. Dass die LC-A zu Spionagezwecken entworfen wurde, ist ein moderner Mythos, dennoch glauben manche fest daran. Zusätzlich zur „herkömmlichen“ LC-A wurden sogar noch neue, spezielle Lomo-Kameras entwickelt, zum Beispiel für Unterwasseraufnahmen, für Farbänderungen, mit Fischaugenobjektiv, mit Vierfach- bis Neunfachobjektiven und vielem mehr.

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