MARS

Patrick de Maeseneire, Boss des größten Schokoladenproduzenten der Welt, erwartet, dass wegen der sich ändernden Essgewohnheiten und des zunehmenden Wohlstands in Asien schon in fünf bis zehn Jahren der Grundstoff Kakao knapp werden könnte.
Wir haben also damit zu rechnen, dass Schokolade immer teurer wird. In den 1920er bestand dieses Problem zwar noch nicht, dennoch war Schokolade ein teures und deshalb exklusives Produkt. Frank C. Mars hatte damals eine Vision: Er wollte die Schokolade für jedermann erschwinglich machen. Er fand bald eine Lösung: den Schokoriegel. Er ist mit 60 Gramm viel leichter als die klassische Tafel und zudem handlicher. Der Schokoriegel „Mars“ wurde zum Archetypus für die Süßigkeit zum Mitnehmen. Wie der Wegwerfbecher aus Pappe oder auch der Hamburger, ist er außerdem Beispiel für die amerikanische Vorliebe zur schnellen, unkomplizierten Nahrungsaufnahme. Die längliche Form in Kombination mit der Aufreißpackung, die zudem als Schutz vor geschmolzener Schokolade auf den Fingern fungiert, machten den Schokoriegel zu einem Welterfolg. Heute gibt es Schokolade zum Mitnehmen in den verschiedensten Ausführungen. Damals aber sorgte der neue Produkttypus für völlige Begeisterung bei den KonsumentInnen. Zum großen Erfolg beigetragen hat aber nicht nur die einfache Produktgestaltung, sondern auch eine massive Marketingkampagne, die Mars zu einem der bekanntesten Markenzeichen der Welt machte.

Geschichte

 

1911 begann Frank C. Mars gemeinsam mit seiner Frau Ethel mit der Produktion von Süßwaren, er gründete damals die Mars Candy Factory. Der Prototyp des Schokoriegels entstand allerdings in der Küche von Frank C. Mars und seiner Frau Ethel. 1923 brachten sie den Schoko-Karamell Riegel unter dem Namen „Milky Way“, im deutschen Sprachgebrauch als „Mars“ bekannt, auf den Markt. In den kommenden Jahren oder besser Jahrzehnten sollten noch viele andere Schokoriegel folgen. Etwa 1930 Snickers und 1937 der Three Musketeers, der drei Riegel mit unterschiedlichem Geschmack beeinhaltete.
Mars hat eine enorme Beliebtheit erlangt, mittlerweile kursieren im Internet einige Rezepte (vor allem von Modetorten), etwa die Mars-Birnen-Torte. Unter anderem wird der Marsriegel auch ausgebacken und besonders in Schottland als frittierter Marsriegel verkauft.
Bis heute hat sich die Mars Candy Factory von 1911 bedeutend verändert. Mittlerweile heißt das Unternehmen Mars Incorporated, bis September 2007 kannte man das Unternehmen, das mittlerweile viel mehr als nur Schokoriegel anbietet, im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Masterfoods. Andere bekannte Produkte sind Lebensmittelmarken wie Uncle Ben’s oder verschiedene Tierfuttermarken wie Pedigree, Whiskas, Frolic, Sheba und noch viel mehr. Kritik am Unternehmen kommt von der Tierschutzorganisation PETA: Sie behaupten - entgegen der anders lautenden Aussagen von Mars Inc. – Beweise dafür zu haben, dass Versuche mit Ratten finanziert wurden, die die Wirkung von Schokolade auf die Blutgefäße untersuchen sollten.
Und noch ein paar kleine Facts am Rande: 100 g Mars beinhalten ca. 25,4 g Fett und 469 Kilokalorien - somit führen sie dem Körper ca. zehnmal so viel Energie zu wie ein Apfel. Eine moderne Legende behauptet, dass Mitte der 1990er Jahre drei Engländer bei minus 30°C sechs Tage überlebt haben sollen, indem sie sich drei Stück Mars-Riegel geteilt haben.

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