
Verner Panton war ein dänischer Architekt und Designer. Es heißt, er führte als einer der Ersten Pop-Art in die Möbelwelt ein, insofern wird er auch als einer der wichtigsten Möbeldesigner des 20. Jahrhunderts gehandelt. Seine wohl bekannteste Kreation ist der nach ihm selbst benannte Panton Chair. Ein Stuhl, der aus einem einzigen Stück Kunststoff geformt wird und neben den Farben Schwarz und Weiß auch in knalligem Rot erhältlich ist. Sein psychedelisches Design ist bezeichnend für die 60er und 70er Jahre. 1967 wurde der Panton Chair erstmals serienmäßig produziert. Er galt als Sensation und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Einer der ersten Stühle steht im Museum of Modern Art in New York. Heute gehört der Panton Chair zu den Klassikern des modernen Möbeldesigns. Entscheidend war die neue kurvige Ausbildung der Fußpartie, die eine Standplatte komplett erübrigte und noch zusätzliche Beinfreiheit schuf. Was den Panton-Chair so außergewöhnlich machte waren nicht nur extravagantes Design und Farbe, sondern vor allem, dass er lediglich aus einem einzigen Stück Kunststoff hergestellt wurde. Dies zeigte eindrucksvoll die Möglichkeiten, die diese neuen Werkstoffe boten. Die Begeisterung für Neuartiges war es auch, die ihn in seiner künstlerischen Laufbahn vorantrieb.
Panton studierte von 1947 bis 1951 an der Technischen Hochschule in Odense und der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Nach seinem Studium erhielt er die Möglichkeit als Assistent im Designstudio des damaligen skandinavischen Architekturstar Arne Jacobsen zu arbeiten. In dieser Zeit war Panton am Entwurf der Ameise, dem bekanntesten Stuhl von Arne Jacobsen beteiligt. Jedoch unterschied er sich einfach zu radikal vom damaligen Trend mit weichen Formen und Naturwerkstoffen zu arbeiten, denn er bevorzugte künstliche Materialien. So verließ er bereits nach zwei Jahren das Studio Jacobsen und Dänemark. 1955 eröffnete er schließlich sein eigenes Designstudio und startete mit der ersten Massenproduktion seiner Entwürfe.
Für Thonet in Wien entwickelte er den Stuhl „Freischwinger S“, aus einem Stück unter Dampfdruck gebogenem Sperrholz und experimentierte mehrere Jahre damit, dieses Prinzip auf das Material Kunststoff anzuwenden. Im Jahr 1963 übersiedelte Panton nach Basel und begann die Zusammenarbeit mit Vitra, einem bekannten Schweizer Möbelhersteller und –händler, bei dem viele namhafte Designer zu finden sind. 1967 startet Panton die Serienproduktion des berühmten Panton Chair in Zusammenarbeit mit Vitra und der Bayer AG. Der Panton Chair verhalf Verner Panton zum endgültigen Durchbruch und führte zur weltweiten Bekanntheit.
Interessantes Detail am Rande: Im Jahr 1969 entwarf er das Interieur für das Verlagshaus des Spiegels in Hamburg, dessen Personalkantine bis heute, auch nach einer Erweiterung 1998 im originalen Stil erhalten ist und unter Denkmalschutz steht.
Obwohl Panton mehrere Design-Preise gewann, verlor er bereits in den 1970ern allmählich an Bedeutung. Allerdings erlebte er Mitte der 1990er wieder ein Revival. So brachte unter anderem das Vogue Magazin 1995 Kate Moss sitzend auf einem Panton Stuhl auf die Titelseite. 1998 starb Verner Panton kurz vor einer geplanten Retrospektive im Trapholtmuseum in Kolding, an der er selbst mitarbeitete.
Foto: Holger Ellgaard