
Für viele Menschen gehört das Schweizer Taschenmesser, ähnlich wie das Taschentuch oder die Armbanduhr zu den unentbehrlichen Gegenständen des Alltags. In der Schweiz wird das berühmte Taschenmesser, der genaue Name lautet eigentlich „Schweizer Offiziersmesser“ auch Sackmesser genannt. Es wird im Hosensack getragen, um in allen Situationen des Alltags als multifunktionales Werkzeug zur Verfügung zu stehen. Pfandfinder, Wanderer und Reisende schätzen das Messer aufgrund seiner praktischen kleinen Form und der Platz sparenden Zusammenstellung von diversen Werkzeugen. Wichtiges Kennzeichen des Messers ist ein kleines Weißes Kreuz, dass auf keinen Fall fehlen darf. Sowohl der Name als auch das Kreuz ist geschützt. Nur zwei Firmen dürfen sich damit rühmen, das originale Schweizer Taschenmesser zu produzieren. Die Firma Victorinox und die Firma Wenger. Beide Firmen statteten lange Zeit die Schweizer Armee mit dem berühmten Taschenmesser aus. Victorinox-Messer tragen ein Kreuz, das mit einer schildartigen Umrahmung geschmückt ist. Bei Wenger ist das Kreuz mit abgerundeten Ecken eingerahmt.
Als die Schweizer Armee Ende des 19. Jahrhunderts einen großen Auftrag für Messer ausschrieb, gründete der Schweizer Messerschmied Karl Elsner den
Schweizerischen Messerschmiedeverband. Die Armee benötigte Messer, die den Soldaten einerseits beim Essen helfen sollten und andererseits auch bei der Wartung der Gewehre zum Einsatz kommen konnten. Das erste Messer, das Elsner produzierte, war mit einer Klinge, einem Dosenöffner, einem Schraubendreher und eine Ahle ausgestattet. Das Messer wurde weiterentwickelt und mit einer speziellen Federmechanik versehen, die es ermöglichte auf beiden Seiten des Messers Klingen und Werkzeuge anzubringen. Schon das Nachfolgemodell besaß eine zweite Klinge und einen Korkenzieher und bis heute werden immer wieder neue Werkzeuge und andere praktische Zusätze hinzugefügt. Das umfangreichste und größte Messer verfügt über 141 Funktionen und 87 unterschiedliche Elemente, darunter auch eine Lampe, ein Laserpointer und ein Zigarrenschneider. Mittlerweile finden sich auch Schweizermesser mit integriertem USB Stick oder mp3-Player.
Neben ihrer eigentlichen Funktion als Messer sind Schweizer Taschenmesser wichtige Kult- und Sammelobjekte. SammlerInnen können besondere Messer erhalten, die in Gold eingefasst sind oder mit Diamanten verziert wurden. Und natürlich existieren rund um das berühmte Messer eine Menge kurioser Geschichten und Tatsachen. Nicht nur die Nasa- AustronautInnen fliegen damit ins All, auch MacGyver - Held einer amerikanischen Fernsehserie - schätz das Schweizer Taschenmesser, um damit knifflige Probleme zu lösen und sich aus brenzligen Situationen zu befreien.
Warum das Schweizer Taschenmesser auch „Offiziersmesser“ genannt wird, ist übrigens ein Rätsel. Die Schweizer Armee verwendet das uns bekannte Taschenmesser nämlich gar nicht, sondern ein Version mit Aluminiumgriff. Außerdem erhalten alle Angehörigen der Schweizer Armee das selbe Messer. Offiziere miteingeschlossen.
Das Schweizer Taschenmesser ist, aufgrund seiner vielen Verwendungsmöglichkeiten und seiner kleinen praktischen Form, ein Sinnbild der Vielseitigkeit und des funktionalen Designs.