
Earl Silas Tupper. Dieser Name ist aus der Geschichte der Küche nicht wegzudenken. Wie schon der Name verrät, ist er der Erfinder der stapelbaren Plastikbehälter, die in keinem Haushalt fehlen. Tupper war weder passionierter Hausmann, der eine Lösung für das Aufbewahrungsproblem suchte, noch Chemiker, der es spannend fand Plastik zu produzieren. Er war, wie sein Vater, in der Landwirtschaft tätig. Bei seiner Arbeit beim Chemiekonzern DuPont, kam er zum ersten Mal in Berührung mit dem Kunststoff Polyethylen. Tupper war fasziniert von den Vorteilen, die der bis dahin noch ungebräuchliche Werkstoff gegenüber Metall, Glas oder Porzellan bot. Unzerbrechlichkeit, Flexibilität, Leichtigkeit. Zusätzlich war es einfach herzustellen, ließ sich beliebig einfärben und war weitgehend geschmacks- und geruchsneutral.
Im Jahr 1944 wurde die Firma Tupper Plastic Company gegründet und erhielt zu Beginn des zweiten Weltkriegs lukrative Aufträge vom Militär. Nach dem Krieg widmete sich Tupper der Herstellung von Plastikprodukten für den wachsenden Haushaltsmarkt. 1946 landete er mit seiner „wonder bowl“ den großen Coup. Dem Designer mit Haushaltsverstand gelang es eine Plastikschüssel herzustellen, die luftdicht abschloss und es somit möglich machte, Lebensmittel länger frisch zu halten. Eine Revolution in Zeiten in denen ein Kühlschrank noch keine Selbstverständlichkeit war.
Heute kennen wir Tupperware in allen Farben, Größen und Formen – sie sind aus keinem Haushalt wegzudenken, wenn sich auch die Lagerungsmöglichkeiten für Nahrungsmittel bedeutend verändert haben. Nach wie vor werden ihre Eigenschaften wie die Unzerbrechlichkeit, die Leichtigkeit, das schlichte Design ohne Schnörkel und vor allem die Unzerstörbarkeit in den Küchen dieser Welt geschätzt.
Earl Tupper hatte schon nach guten 10 Jahren genug vom Plastikgeschirrgeschäft und verkaufte 1958 sein Unternehmen für 16 Millionen US-Dollar an Justin Dart von der Rexall Drug Company. Tupperware Brands Corporation wurde mittlerweile zu einem international tätigen Unternehmen und ist seit 1962 auch in Deutschland vertreten. Tupperware beschäftigt weltweit rund 12.300 Mitarbeiter. Das wahrscheinlich interessanteste am Tupperware Unternehmen ist die Verkaufsstrategie für Haushaltsprodukte. Schon in den Anfangsjahren verkauften sich die Produkte nicht allzu gut und so musste Earl S. Tupper neue Vertriebswege finden. Er wurde auf ein Vertriebsunternehmen aufmerksam, bei dem zwei VerkäuferInnen bei Heimvorführungen beträchtliche Menge an Tupperware verkauften – so entstand die Idee zur berühmten Tupperparty. Brownie Wise, eine der VerkäuferInnen wurde 1951 Verkaufsdirektorin bei Tupperware und schaffte es als erste Frau aufs Titelblatt der „Business Week“. Diese Tupper-Parties sind heute auch heute noch die wichtigste, wenn auch nicht die einzige Vertriebsform von Tupperware.
Foto: Elke Wetzig
Wikipedia, Tupperware
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Dumont Designlexikon, USA